Voraussetzungen


Diese Reise ist nicht für jeden geeignet, ebensowenig die Gegend oder das Transportmittel.

Daher sollte sich gut überlegen, wer auf diesen Zug aufspringen will.

Ein paar „Entscheidungshilfen“ zum Thema: „wer kann mitmachen und was ist mitzubringen“:

Ich bin kein sportlicher Typ, im Gegenteil, mit 62 Jahren, 25 kg über meinem Idealgewicht und nur Bogenschießen als Ausgleichssport konnte ich diese Tour auch allein gut bewältigen. Wer aber mit Herzproblemem zu kämpfen hat, an Kurzatmigkeit leidet oder Allergien gegen Schmutz, schlechte Straßen und/oder völlig verrückten Verkehr hat, sollte sich lieber erstmal meine Videos zu Gemüte führen, bevor er sich entscheidet.

Kleinere Unfälle, Umkipper usw. sind bei diesen Straßenverhältnissen unvermeidbar. Gute Schutzkleidung, auch gegen Kälte, ist angesagt. Heute bekommt man das alles auch in Indien, aber unsere deutschen XL Größen gibt es dort nicht. Das gilt auch für Helme, alles über Kopfgröße 58 ist kaum zu bekommen.

Gummieüberzieher für die Stiefel sind unbedingt erforderlich. Einige Furten sind bis zu 50 cm tief und nasse Füße bei Temperaturen um 10 Grad Celsius (morgens oder bei bedecktem Himmel) machen keinen Spaß. Handschuhe nicht zu vergessen. In der Sonne ist es übrigens mittags sehr angenehm warm, bis zu 28 Grad.

In den Zeltburgen (und natürlich den Hotels) werden sehr komfortable Betten zur Verfügung gestellt, und jede Menge Decken. Es ist aber nicht jedermanns Sache, bei 2 Grad plus unter 3 schweren Decken zu liegen. Ich habe daher meinen guten Daunenschlafsack (geeicht bis minus 20 Grad) immer dabei. Eine kleine Maglite LED-Taschenlampe und ein gutes mittelgroßes Klappmesser sind oft auch nützlich. All dies gibt es zur Not auch in Manali oder Rishikesh zu kaufen (und günstiger als in Deutschland). Weiteres „Campingmaterial“ ist überflüssig, da überall vor Ort verfügbar.

Obwohl man eigentlich einen internationalen Führerschein braucht, wird extrem selten danach gefragt. Normalerweise ist selbst das Fahren ohne mit 100 Rupien abgegolten, vermutlich ist das Beantragen in D mehr Stress als das gelegentliche Bezahlen eines indischen „Tickets“ (das ohnehin in den Taschen des Polizisten endet, auch wenn er eine Quittung schreibt). Wer unbedingt möchte, kann vor Ort den indischen Führerschein machen, das dauert einen Tag und kostet 1000 Rupien (um 14 Euro), erfordert aber einige Vorbereitung.

Obwohl es in Indien wohl alle Medikamente gibt, die wir kennen (und zu einem Zehntel des Preises), ist nicht immer alles überall zu haben. Lebenswichtige Dinge sind also mitzubringen. Zum Thema Impfungen kann ich nur sagen: Ich habe mich in 30 Jahren nie impfen lassen und erfreue mich bester Gesundheit. Das muß aber jeder für sich entscheiden.

In unserer übertechnisierten Welt erscheint es ungewöhnlich, dass es noch eine Strecke von fast 400 km gibt, auf der kein Handyempfang möglich ist. Im Falle eines Falles wird also kein ADAC Hubschrauber einschweben! Allerdings fahren viele Jeeps und LKW diese Strecke, es vergehen kaum 10 Minuten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Fahrzeugen. Aber der Transport zum nächsten Hospital wäre unbequem und würde möglicherweise viele Stunden dauern. Das muß jedem klar sein.

 

 

Schutzjacke und Helm haben hier Schlimmeres verhindert und ich kam mit einem aufgeschabten Knie und einer Prellung des Arms davon. Dies ist aber auch der erste richtige „Unfall“ nach über 30 Jahren in Indien.

Internet / Telefon

Wer sein Portfolio auch während der Reise verwalten will, hat schlechte Karten. In Manali ist das Internet noch ganz passabel, unterwegs ist es gar nicht verfügbar (auch nicht per Smartphone, ebensowenig die Telefonfunktion) und in Leh geht’s dann wieder, aber mit sehr mäßiger Qualität. Es gibt für kleines Geld eine indische SIM-Karte, und mit Glück auch 3G (real um 50-500 kb/s), aber man kann sich eben nie drauf verlassen und die Leitungen bzw. Datendurchsätze brechen von jetzt auf gleich zusammen, ohne Vorwarnung. Erst in Jammu gibt es wieder annähernd „europäische Verhältnisse“.