Seit es die Royal Enfield Himalayan gibt stehen nun 2 Bikes zur Auswahl.

Beide sind auf der offiziellen Webseite von Enfield/Eicher samt ihrer technischen Spezifikationen zu bewundern.

Die 500er gibt es in dunkelgrün und schwarz. Schwarz ist vorzuziehen, da es im Falle von Reparaturen keinen Lackbeschaffungsstress gibt. Schwarz haben sie alle. Auch kann der Tank gegen den 20 Liter Tank der Thunderbird ausgetauscht werden, den gibt es nur in Schwarz.

Es werden nur fabrikneue Maschinen verwendet, die lediglich von lokalen Mechanikern 500 km in der vorgeschriebenen „Schleichfahrt“ (max. 60 km/h) eingefahren wurden, um uns diesen Stress zu ersparen.

Wer seine Maschine gern selbst einfahren möchte, kann das gern tun, nur rechtzeitig ansagen bitte.

Die Maschinen können nach Beendigung der Reise käuflich erworben werden, sind aber in D nicht ohne Weiteres zulassungsfähig. Nur mit einem Trick geht das heute noch, denn die unermüdliche Brüsseler Bürokratie hat schier unüberwindliche Hürden errichtet. Sehr zur Freude der dortigen Importeure, denn die Maschinen kosten in Indien nur einen Bruchteil des europäischen Neupreises. Wer keine Freunde in England hat (dort gelten andere Gesetze) oder über ein Arbeitsvisum in Indien verfügt und das Gerät dann als „Umzugsgut“ deklarieren kann, wird kaum Chancen auf reguläre Zulassung haben.

Im Moment sind die Lieferzeiten für dieses Modell 3-4 Monate. Daher muss die Reise 4 Monate vor Antritt fest gebucht werden. Spätentschlossene können zwar noch dazustoßen, müssen sich dann aber mit gebrauchten Geräten zufrieden geben, was in Indien immer ein Problem sein kann, weil viele Inder kein Gefühl für Maschinen und deren Behandlung haben und eine Enfield binnen kürzester Zeit zugrunde richten können. Bei den neuen Modellen reicht es z.B., billiges Öl anstelle des vorgeschriebenen Synthetiköls zu verwenden, um die Lebensdauer des Motors stark zu verkürzen. Sowas ist beim Kauf kaum überprüfbar, von Gebrauchtkäufen oder Leihmaschinen ist daher abzuraten, wenn es um terminlich strenge Planungen geht. Viele Großveranstalter umgehen das Problem, indem sie einen LKW mit Ersatzteilen, Mechanikern und evtl. sogar Ersatzmaschinen mitschicken. Das lohnt natürlich nur bei entsprechend großen Gruppen. Ich persönlich finde das aber eher abschreckend und völlig unromatisch. Wir haben zwar auch einen Wartungtechniker dabei, der fährt aber eine Bullet und hat nur das nötigste an Werkzeug und Ersatzteilen dabei. Er ist für evtl. Reifenpannen, generelle Instandhaltung, Reinigung usw. zuständig.

Die modernen Motoren sind im Gegensatz zu ihren Vorläufern, die bis 2008 gebaut wurden, vollgasfest und nach ISO-Spezifikationen gebaut. Das ist nicht nur Werbung (wie leider oft in Asien) sondern Fakt. Wenn man ein paar Dinge beachtet, sind sie im Vergleich zu ihren „Vorfahren“ relativ „unkaputtbar“. Der Motor ist mit dem Kickstarter mit etwas Übung sehr leicht anzutreten, was immer sehr beeindruckend aussieht. Für Faule (wie mich) hat die Machine einen E-Starter.

Die allermeisten Inder fahren diese Strecke mit einer 350er. Die 500er hat jedoch Leistungsreserven, die beim Überholen von LKW-Kolonnen sehr hilfreich sind. Dazu kommt, dass im Hochgebirge bei dünner Luft alle Motoren reduzierte Leistung abgeben.

Die vielen verschiedenen 500er aus der Enfield-Familie sind allesamt EFI, also „Fuel injected“ – mit Ausnahme der Standard, die noch einen Vergaser hat.  Leider ist die Qualität der indischen Einspritzanlage ständiges Thema in den entsprechenden Foren. Die Pumpe und die Elektronik gehen z.T. schon nach kurzer Zeit kaputt und sind, da teuer, oft nicht beim Händler vorrätig. Ersatzteilbeschaffung kann Wochen dauern. Außerdem haben es die Enfield-Ingenieure versäumt, die Elektronik auf die Hochgebirgsluft abzustimmen, daher laufen alle „EFIs“ dort zu fett, sind demzufolge langsam und verbrauchen zuviel Benzin. Auch im Normalbetrieb spart die EFI nichts im Vergleich zum Vergaser. Die Existenzberechtigung des EFI-Systems liegt allein in der Ansteuerbarkeit eines Katalysators.

Ich kenne EFI Besitzer, die ihre Maschine auf Vergaser umgerüstet haben – was aber stressig ist, weil auch der Kabelbaum getauscht werden muss.

Die vordere Scheibenbremse genügt auch für Vollbremsungen (bis zum Blockieren, wenn’s denn sein muss) und der H4-Scheinwerfer leuchtet die Straße ausreichend aus. Der Tank ist mit 12,5 Litern unterdimensioniert, weshalb der speziell für diese Tour angefertigte verstärkte Gepäckträger hinten 2 Aufnahmen für zwei 5-Liter Kanister hat. Damit kommt man von Manali bis nach Leh ohne Tankstopp (es gibt auch nur eine Tankstelle auf der Strecke, die  nicht immer gut versorgt ist mit Benzin). Die extra stabilen Träger dienen zudem als Beinschutz bei Umfallern.

Alle Maschinen werden mit Reserve-Bowdenzügen ausgestattet, die neben den Hauptzügen befestigt im Notfall einfach ausgetauscht werden. Allerdings sollte das bei neuen Fahrzeugen eher nicht notwendig werden.

Ebenso sind Sturzbügel und Gepäckträger „serienmäßig“. Die Gepäckboxen gibt es auf Wunsch kostenlos (man kann dort auch einen Rucksack o.ä. befestigen).

 

Träger Montage

Haftung: Die Maschinen sind alle vollkaskoversichert. Eigener Personenschaden oder der eines Mitfahrers ist davon nicht gedeckt. Jeder Teilnehmer haftet in vollem Umfang für eigene Schäden an Leib und Gut.